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Letzte Ausfahrt Selbstanzeige

Der internationale automatische Datenaustausch kommt.

Für viele vermögende Deutsche war es bislang nicht ungewöhnlich, ein ausländisches Konto zu haben, auf welchem regelmäßig dem Fiskus vorenthaltene Gelder lagen. Ab September 2015 beginnt nun der automatische Datenaustausch Deutschlands mit den USA. Und zwar nicht anonym, sondern für die entsprechenden Finanzämter sehr transparent. Dies erscheint nun zunächst nicht allzu beängstigend für die meisten deutschen Steuerflüchtigen, haben sie doch ihre Auslandskonten eher in (vermeintlich) diskreteren Ländern mit einem weitreichenden Bankgeheimnis.

Jedoch verhandeln schon heute innereuropäisch die G5-Staaten – Frankreich, Italien, Großbritannien, Spanien und Deutschland – über ein Abkommen gleicher Art mit dem Ziel der Schaffung vollumfänglicher Transparenz zwischen Finanzverwaltung und Steuerpflichtigem. Eine Einigung dürfte schon bald erzielt sein, so dass auch innerhalb der EU der automatische Austausch steuerlich relevanter Daten beginnen kann.

Ist der Steuerzahler – und darunter fallen nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen oder Stiftungen – dann erst einmal durchsichtig für die Finanzämter, wird die Geheimhaltung ausländischer Vermögensverwaltung ein schwieriges Unterfangen. Spätestens mit Umsetzung eines solchen innereuropäischen Datenaustausch-Abkommens droht wohl nahezu jedem Steuerzahler mit ausländischem und bisher nicht offengelegtem Bankkonto die Entdeckung – und damit die Steuerstrafverfolgung. Empfindliche Konsequenz: Nicht nur die Nachzahlung inkl. Verzinsung von bisher nicht geleisteten Steuern steht bevor, sondern bei Entdeckung jedenfalls darüber hinaus zu leistende Geldauflagen oder gar Geldstrafen bis hin zu Gefängnisstrafen, je nach Höhe der tatsächlichen Steuerhinterziehung.

Und auch wenn sich ein solches Abkommen dann lediglich auf die G5-Länder und die USA bezieht, sollte der Fehler vermieden werden, sich in falscher Sicherheit zu wiegen: Denn auch vermeintlich derzeit noch „sichere“ Rückzugsorte – sowohl inner- als auch außereuropäisch – mit scheinbar noch funktionierendem Bankgeheimnis werden sich nach und nach dem Druck aus Deutschland, der EU sowie der USA beugen. Der internationale Druck wächst und wird unzweifelhaft weiter wachsen. Es ist mitunter nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Länder diesem nachgeben und sensible Bankdaten im Rahmen von Abkommen dem heimischen Fiskus preisgeben.

Noch ist dem Steuersünder die Möglichkeit der Erlangung der Strafbefreiung gegeben: Der Ausweg der strafbefreiende Selbstanzeige besteht weiterhin. Doch wie lange dieser Weg in der derzeitigen Form noch möglich ist, erscheint fraglich. So plant der Gesetzgeber auch hier in naher Zukunft Verschärfungen der Voraussetzungen.

Betroffenen ist daher anzuraten, den noch vorhandenen Weg der Selbstanzeige zu nutzen und sich entsprechend beraten zu lassen.

(Quelle: Welt.de vom 12.Dezember 2013)

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